Informatives

Rückblick Open Space Konferenz 5. Juni 2010

OPEN SPACE KONFERENZ ... 
... WAS IST DAS?

Die Open Space Methode ist eine hierzulande noch wenig genutzte Alternative zu den bekannteren Tagungs- und Konferenzformen wie Workshops, Präsentationen, Panelgespräche, Runder Tisch, Zukunftskonferenz, World Café, etc. Sie ermöglicht Gruppen und Organisationen jeder Art und Grösse entspannte und kreative Zusammenkünfte mit Gelegenheit zum Gedankenaustausch und konstruktivem Dialog und mit der Gewissheit, dass am Schluss konkrete und unmittelbar nutzbare Ergebnisse erzielt werden. Sie ist – trotz oder vielmehr gerade wegen scheinbar fehlender Struktur - äusserst effektiv und effizient. Die Tagungsform wurde in den 1980er Jahren von Harrison Owen in den USA entwickelt. Ausgangspunkt bildete die Beobachtung, dass die Teilnehmenden von Meetings die Kaffee- und Essenspausen und die damit verbundene Möglichkeit zum informellen und unkomplizierten Gedankenaustausch oftmals als den besten und nützlichsten Teil der Veranstaltung bezeichnen. In den letzten rund drei Jahrzehnten wurde sie in der ganzen Welt viele Male erfolgreich angewandt.

Bei einer OPEN SPACE KONFERENZ sind nur Ort und Zeit und ein Leitthema vorgegeben, alles andere entscheiden die Teilnehmenden vor Ort. Am Anfang ver-sammeln sich alle im Plenum, wo ein Stuhlkreis oder (bei grösseren Gruppen) mehrere konzentrische Stuhlkreise stehen. In der Mitte liegen A3-Blätter und Stifte. Nach der offiziellen Begrüssung und einer kurzen Einführung erstellen die Teilnehmenden gemeinsam die Tagungsagenda. Und das geht so: Die Moderatorin fordert die An-wesenden auf, ihre Ideen, Gedanken und/oder brennende Fragen zum Leitthema, die sie gerne mit anderen zusammen bearbeiten möchte, vorzubringen.

Wer bereit ist, für ein Thema Verantwortung zu übernehmen, geht in die Mitte des Kreises, schreibt Namen und Thema auf ein vorbereitetes Blatt und stellt sich und das Thema kurz vor („Mein Name ist XY und mein Thema heisst Z“). Dieses Blatt wird dann auf ein Feld an einer vorbereiteten Zeit/Raum-Matrix geheftet und damit als Workshop ausgeschrieben. Erfahrungsgemäss füllt sich die Agenda innert kurzer Zeit. Je nach persönlichem Interesse trägt man sich dann für die vorgeschlagenen Workshops ein. Danach löst sich das Plenum auf und die Beteiligten gehen in ihre jeweiligen Arbeitsgruppen. Jede Gruppe organisiert sich selbst und arbeitet eigenständig. Alle Anwesenden sind gleichermassen kompetent und ExpertInnen zum jeweiligen Thema, jeder Beitrag ist wichtig. Die Teilnahme an den Workshops ist freiwillig, ‚hummeln’ – also von Gruppe zu Gruppe schwirren - ist ebenso erlaubt wie sich zwischenzeitlich ‚ausklinken’, Pause zu machen. Inhalt und Erkenntnisse der einzelnen Workshops werden von den Gruppen zum Schluss auf vorbereiteten Erfassungsblättern stichwortartig festgehalten und an der sog. Nachrichtenwand publiziert und so allen Teilnehmerinnen sofort und unmittelbar zugänglich gemacht. Am Ende der Konferenz werden sämtliche Resultate aus den Gruppenarbeiten zu einer schriftlichen Dokumentation zusammengeführt und an alle Teilnehmenden abgeben. Bereits in der Abschlussphase des Open Space bilden sich „wie von selbst“ Umsetzungsgruppen, welche Ideen und Projekte über die Tagung hinaus weiterverfolgen.
Es ist immer wieder verblüffend, wie intensiv und produktiv im Rahmen von Open Space Konferenzen gearbeitet wird. Das ist auf das hohe Mass an Selbstorganisation und Selbstbestimmung der Gruppen zurückzuführen. Anstatt bloss zu konsumieren, bringen die Teilnehmenden sich und ihre Erfahrungen, Gedanken, Ideen ein und übernehmen Verantwortung für sich und den Prozess. Sämtliche wichtigen Teilapekte des Leitthemas werden in kurzer Zeit von den richtigen Leuten umfassend bearbeitet und die Ergebnisse dieser intensiven Arbeit liegen sofort greifbar vor.

 

Einladung und Programm >>>>